Ich brauche Hilfe
Eine Schwangerschaft bedeutet nicht immer nur Freude und Glücksgefühle. Wir verstehen das. Sie kann auch Ängste und Sorgen auslösen – wenn sie ungeplant und ungewollt ist, und wenn niemand etwas davon erfahren darf.
Rufen Sie uns an, wir hören zu und helfen Ihnen, sofort und kompetent. Wir teilen Ihre Sorgen. Wir behandeln Ihren Anruf vertraulich und anonym. Unsere professionelle Beratung mit Fachpersonen aus sozialen, medizinischen und juristischen Berufen steht Ihnen kostenlos zur Verfügung.
In Notsituationen und im Schwangerschaftskonflikt sind wir auch ausserhalb der Bürozeiten und an Wochenenden und Feiertagen erreichbar.
Die Beratung kann telefonisch 0800 811 100 (gratis), per E-Mail helpline(at)shmk.ch oder persönlich an Ort und Stelle (Kontaktadresse) erfolgen.

Hilfsangebote
- Beratung und Begleitung während der Schwangerschaft und auch nach der Geburt
- Materielle und finanzielle Unterstützung nach erfolgter Abklärung
- Vermittlung von Adressen und Hilfsangeboten vor Ort
- Abklärungen von Sozialleistungen, Hilfe bei der Budgeterstellung
- Zusammenarbeit mit anderen Hilfsstellen
- Kostenlose juristische Beratung rund um die Mutterschaft (Arbeit, Kinderrechte, Vaterschaft, Alimente etc.)
Wahre Geschichten aus der Notrufzentrale der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind (SHMK)

Schwangerschaft in Todesangst durchgestanden
Eine junge Frau meldet sich am Gratis-Telefon der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind: «Meine Schwester M. ist 17-jährig und in der 21. Woche schwanger. Unser Vater darf auf keinen Fall von der Schwangerschaft erfahren. Er lebt nach den traditionellen Sitten einer Gesellschaft, gemäss deren Ehrenkodex er seine schwangere Tochter töten müsste, um ‹die verlorene Familienehre wiederherzustellen›.» Wegen ihres Vaters sehe M. im Moment als einzige Möglichkeit eine Adoption, sie bitte dringend um die Hilfe der SHMK.
Die Beraterin ermutigt die Anruferin und versichert: «Wir begleiten M. durch die kommenden Schwierigkeiten hindurch!» Damit M. die restliche Schwangerschaft und die Geburt ohne akute Todesangst verbringen kann, wird ein Sprachaufenthalt in einem anderen Kanton für sie organisiert.
Zudem vermittelt die SHMK einen juristischen Beistand, denn es gilt in dieser verzwickten Situation, die minderjährige Mutter und das Baby zu schützen.
Endlich ist es so weit: Der kleine E. kommt auf die Welt. Das süsse Neugeborene berührt die Gefühle seiner Mutter so sehr, dass sie es nicht übers Herz bringt, E. zur Adoption freizugeben! Eine in ihr Geheimnis eingeweihte Cousine soll das Baby in Pflege nehmen, bis M. ihre Lehre abgeschlossen hat und auf eigenen Beinen stehen kann. Die SHMK schenkt M. einen Kinderwagen und weitere Kinderutensilien. Ausserdem leistet sie einen monatlichen Beitrag an die Kosten des Kindes.
Hilfe auch nach der Geburt
Frau V. ist eine Westschweizer Bäuerin, verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Seit längerer Zeit leidet sie an einer Muskelkrankheit, welche sie beim Arbeiten behindert. Trotzdem träumt sie von einer grossen Familie, besonders jetzt, wo sie mit ihrem Mann einen Hof übernehmen konnte. Das Glück winkt, als sich ein drittes Kind anmeldet … Doch bei der routinemässigen ärztlichen Kontrolle erhält sie – wie das Wetterleuchten eines drohenden Unwetters – die Nachricht, Schwangerschaft und Geburt könnten ihre Krankheit verschlimmern! Frau V. schenkt diesem Unkenruf keine Beachtung.
Sie freut sich von ganzem Herzen auf ihr Kind. Die Monate vergehen. Es kommt zur glücklichen Geburt eines gesunden Kindes. Doch kaum hat Frau V. das Wochenbett verlassen, tritt wie vorausgesagt eine deutliche Verschlimmerung ihrer Krankheit ein. Die Bäuerin verliert jetzt ihre Arbeitsfähigkeit völlig. Und Familie V. wird mit weiteren Schicksalsschlägen konfrontiert: Die Krankenkasse teilt mit, dass die Krankheitskosten nicht gedeckt seien. Im Stall verenden plötzlich auf unerklärliche Weise zahlreiche Mastkälber.
Und jener Mann, mit dem Herr V. einen Nebenverdienst aufbauen wollte, kommt bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben! Der Nebenverdienst fällt weg, und die Agrarschulden des Hofes drücken umso mehr.
Nun weiss Frau V. wirklich nicht mehr ein noch aus. Sie wendet sich an die Notrufzentrale der SHMK. Im Gespräch mit der Beraterin bringt Frau V. die Bitte um finanzielle Unterstützung vor. Die Beraterin hört aufmerksam zu und stellt fest: Frau V. hat sich für ihr Kind eingesetzt und ist in der Folge in eine Notsituation geraten. Sie verdient die Hilfe der SHMK!
Die Familie erhält eine monatliche Unterstützung zugesprochen. Zudem weiss die Beraterin ihr noch mehr zu helfen: Sie berät sie fachkundig in allen sozialen Belangen und kontaktiert für sie noch weitere Hilfswerke in der Schweiz. Es gelingt ihr sprichwörtlich, die Lasten der guten Mutter auf mehrere Schultern zu verteilen:
Zwei renommierte Schweizer Hilfswerke können dafür gewonnen werden, sich in gleicher Weise wie die SHMK an der Hilfe zu beteiligen. Und schon hat sich die Unterstützung für Familie V. verdreifacht! Zutiefst berührt von der erhaltenen Hilfe, fühlt sich Frau V. nicht nur glücklich über das Kind, sondern auch darüber, dass es in der Schweiz so viele gute und hilfsbereite Menschen gibt.
«Es ist ein Wunder», sagt das Herz
Christine (30) ist Mutter einer einjährigen Tochter. Nun ist sie erneut schwanger. Der Vater will das Kind auf keinen Fall. In zehn Tagen hat sie einen Termin beim Frauenarzt. «Als ich gestern draussen war», schreibt sie der SHMK, «kamen zwei Frauen von der Kirche und gaben mir eine Broschüre mit Bildern über die Entwicklung von Babys vor der Geburt. Das war für mich ein Zeichen, dass ich es behalten sollte. Doch mein Freund will unbedingt eine Abtreibung, er bedroht mich sogar.»
Die Beraterin der Notrufzentrale weiss: Jetzt gilt nur eines: helfen, damit das Kind leben kann. Es findet ein reger E-Mail-Austausch statt. Die Beraterin sendet Christine noch am Morgen vor dem Arzttermin folgendes Gedicht:
Es ist ein Wunder, sagt das Herz.
Es ist eine grosse Verantwortung, sagt der Verstand.
Es ist sehr viel Sorge, sagt die Angst.
Es ist ein Geschenk Gottes, sagt der Glaube.
Es ist eine enorme Herausforderung, sagt die Erfahrung.
Es ist das grösste Glück, sagt die Liebe.
Am Tag nach dem Arzttermin erhält die Beraterin ein E-Mail: «Als mein Freund von der Arbeit kam, war das Erste: ‹Hast Du es weggemacht?› Ich sagte nein; er war böse und sagte: ‹Auf was wartest du? Mach am Montag einen Termin!›» Christine hat Angst, doch mit der Unterstützung der Beraterin hält sie dem Druck stand. Fünf Monate später die Nachricht: «Habe meine Tochter Caroline bekommen, wir sind beide fit … und glücklich.» Die Beraterin schickt Christine zur Geburt ein Geschenk. Ausserdem erhält sie von der SHMK finanzielle Unterstützung und die Zusicherung, so lange Hilfe zu erhalten, wie sie es benötigt.