Spital Bern

Lindenhofspital, Bremgartenstrasse 117, 3001 Bern. Das Babyfenster Bern ist ein gemeinsames Projekt der Lindenhofgruppe und der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind (SHMK).

Wie gehe ich vor?

Die Mutter kommt mit Baby beim Lindenspital an (gestellte Szene). Das Babyfenster befindet sich im Gebäude links und ist auf Infotafeln im Areal gut bezeichnet.
Sie öffnet das Fenster und legt das Baby ins vorbereitete Bettchen. Diese Mutter möchte dem Baby einen Namen geben: «Anna»! Sie bringt einen Brief mit lieben Worten für das Baby mit.
Im Babyfenster wartet auch ein Brief auf die Mutter. Sie nimmt ihn an sich. Sie verabschiedet sich vom Baby und schliesst das Babyfenster. Ein letzter Blick, alles in Ordnung? Hoffentlich kommt alles gut! Die Mutter verlässt das Spitalareal.
Nach drei Minuten gibt es auf der Geburtsabteilung Alarm. Eine Schwester kommt, nimmt das Baby Anna entgegen.
Sie bringt Anna zur Untersuchung ins Säuglingszimmer. Hier wird das Baby umsorgt. In ein paar Tagen kommt es zu Pflegeeltern. Die Mutter kann es noch ein Jahr lang zurückholen.
 

Die Anonymität ist gewährleistet. Es gibt keine Videoaufnahmen. Auch Fotos vom Baby werden nicht veröffentlicht. Der Brief der Mutter an das Baby wird unter Verschluss aufbewahrt.

Woran muss ich denken?

Wenn Sie das Baby ins Babyfenster legen, kommt es in gute Hände. Wenn das Kind älter wird, möchte es gern etwas über seine Mutter und seinen Vater erfahren. Schreiben Sie ihm doch einen ganz persönlichen Brief. Beschreiben Sie die Umstände, weshalb Sie es abgegeben haben. Geben Sie ihm ein Zeichen der Liebe mit auf den Weg. Legen Sie den Brief zum Kind ins Babyfenster.

Denken Sie daran: Schon heute können Sie bei der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind (Gratis-Telefon 0800 811 100) in einem vertraulichen Gespräch die notwendige Beratung und Hilfe erhalten, damit ein Leben mit dem Kind gelingen kann. Melden Sie sich, es wird Ihnen geholfen, vertraulich und anonym.

Achten Sie auch auf Ihre eigene Gesundheit. Eine Geburt ohne ärztliche Begleitung birgt Risiken. Lassen Sie sich von einer Fachärztin oder einem Facharzt beraten. Falls Sie eine kostenlose Vertrauensärztin oder einen kostenlosen Vertrauensarzt benötigen, melden Sie sich bei der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind. Dort erhalten Sie Hilfe. 

Wo finde ich mein Baby wieder?

In den ersten paar Tagen bleibt das Baby im Lindenspital Bern und erhält eine ausgezeichnete Pflege. Bereits jetzt übernimmt die  die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern die Oberverantwortung über das Kind. Sie übergibt es der Obhut liebevoller, erfahrener Pflegeeltern und beginnt mit der Suche nach geeigneten Adoptiveltern. Sobald diese gefunden sind, wechselt das Baby in die Adoptivfamilie.

Sie können das Baby nach der Abgabe ein Jahr lang wieder zurückfordern. Aber auch später weiss die Kindes- und Erwachsenenbehörde immer, wo sich das Kind befindet, bis es volljährig ist.

Wenden Sie sich an die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde (KESB) Bern, Tel. 031 635 20 00.

Statistik über abgegebene Babys

Im Babyfenster Bern wurden folgende Babys abgegeben:

1.Mädchen11.04.201412.01 Uhr 3375 g54 cm
2.Mädchen04.02.201508.40 Uhr2820 g47 cm
3.Mädchen11.08.201611.00 Uhr3225 g52 cm