Liste der abgegebenen, ausgesetzten und getöteten Babys in der Schweiz

«In Deutschland werden nach der Geburt jährlich rund 40 Kinder ausgesetzt, in der Hoffnung, irgendjemand findet sie rechtzeitig. Etwa zwei Dutzend getötete Neugeborene findet man jedes Jahr in der Bundesrepublik. In der Regel ist es ein Zufall, dass die Leichen entdeckt werden. Deshalb schätzen Ermittler die Zahl der getöteten Säuglinge vierzigmal höher ein» (Zitat: Deutschlandfunk, 1.3.2001, 19:15 Uhr).

In der Schweiz gelten vermutlich ähnliche Verhältnisse, bei rund zehnmal kleinerer Bevölkerung. Statistiken zur Kindsaussetzung oder Kindstötung gibt es zumindest auf Bundesebene nicht. Deshalb werden hier alle Fälle der letzten Jahre aufgeführt, die dem Projekt Babyfenster bekannt geworden sind. Weitere bekanntgewordene Fälle mögen bitte gemeldet werden an info(at)babyfenster.ch.

5. Dezember 2010 | Ins Babyfenster gelegt | Das Kind ist wohl auf

Am 5. Dezember 2010, um 11.45 Uhr, wurde im Spital Einsiedeln das sechste Baby ins Babyfenster gelegt. Das kleine Mädchen ist gesund, bleibt aber vorläufig für weitere medizinische Abklärungen im Spital. Die Vormundschaftsbehörde wurde umgehend informiert.

26. Mai 2010 | Aussetzung | Kind überlebt

Der Parc de Vertou an der Uferpromenade des Genfersees in Morges (VD) ist eine bei schönem Wetter sehr beliebte und entsprechend belebte Parkanlage. Für diesen Tag aber waren Gewitter vorhergesagt, und deshalb war der Park gegen Abend schon fast menschenleer. Als heftiger Regen einsetzte, musste auch eine Gruppe junger Erwachsener ihr Barbecue definitiv abbrechen. Die Leute machten sich zur Abfahrt mit dem Auto bereit. Eine 32-jährige Studentin aus der Gruppe musste aber unbedingt noch auf die Toilette.

Ihr dringendes Bedürfnis dürfte einem Baby das Leben gerettet haben. In der öffentlichen WC-Anlage des Parks traf die Studentin gegen 20:30 Uhr ein Damen-WC an, in dem (wie sie sich der Presse gegenüber ausdrückte) «alles voll Blut war, schrecklich viel Blut ... bis an die Wände». Im Abfalleimer fand sie einen neugeborenen Knaben, weinend, nackt und frierend, noch mit der Nabelschnur. Die junge Frau rief ihre Kollegen herbei, und sie bemühten sich, dem unterkühlten Säugling mit einem Schlafsack, den sie im Auto dabeihatten, warm zu geben. Die alarmierte Ambulanz nahm sich des Jungen an und fuhr mit ihm ins Spital von Morges, wo er auf der Gebärabteilung gepflegt wurde. Das europäisch anmutende Findelkind war vermutlich wenige Stunden zuvor in der WC-Anlage geboren worden.

Sogleich lief im Park und entlang des Seeufers eine Grossfahndung nach der Mutter an, mit diversen Polizeipatrouillen, zwei Polizeihunden und auch Sanitätspersonal – die Frau benötigte nach der Geburt möglicherweise medizinische Hilfe. Der zuständige Untersuchungsrichter betraute unverzüglich die Inspektoren des Jugenddienstes und der kriminaltechnischen Abteilung der Sicherheitspolizei mit einer strafrechtlichen Untersuchung, und die Waadtländer Kantonspolizei erliess einen Zeugenaufruf. Die Mutter aber liess und liess sich nicht finden. Am 27. Mai berichteten die Medien über den Fall. Der Jugendschutz ordnete umgehend zwei Personen ab, die das Kind vor Ruhestörungen bewahren sollten. So wurden jegliche Besuche und Fotoaufnahmen des Knaben untersagt.

Am 28. Mai wurde das Baby ins Geburtenregister eingetragen; gemäss Waadtländer Recht gab ihm dazu die Stadtpräsidentin von Morges zwei Vornamen und einen Familiennamen. Zehn bis zwanzig Personen bekundeten bei der Vormundschaftsbehörde ihr Interesse an einer Adoption des Findelkindes. Doch auch in diesem Fall galt das ordentliche Vorgehen mit Berücksichtigung bestehender Wartelisten: Sechs Wochen nach der Geburt Platzierung in eine für den kleinen Jungen geeignete Pflegefamilie, ein Jahr nach der Geburt Freigabe zur Adoption, bis drei Jahre nach der Geburt Interventionsmöglichkeit für die leiblichen Eltern.

Die Fahndung der Polizei blieb weiterhin ohne jeglichen Erfolg, auch meldeten sich keinerlei Zeugen. Ende August 2010 wurden die Ermittlungen eingestellt. Der Säugling war zu diesem Zeitpunkt bei bester Gesundheit.

22. Januar 2010 | Ins Babyfenster gelegt | Das Kind ist wohl auf

Am 22. Januar 2010, um 22.23 Uhr, wurde im Spital Einsiedeln das fünfte Baby ins Babyfenster gelegt. Das kleine Mädchen ist gesund, bleibt aber vorläufig für weitere medizinische Abklärungen im Spital. Die Vormundschaftsbehörde wurde umgehend informiert.

20. März 2009 | Tötung

Die Kantonspolizei St. Gallen gibt bekannt, dass vor zwei Wochen in einer Wohnung im Stadtzentrum von St. Gallen die Leiche eines Neugeborenen gefunden worden ist. Die mutmassliche Kindsmutter konnte inzwischen von der Kantonspolizei St. Gallen ermittelt und befragt werden.

Auf die Babyleiche aufmerksam geworden war der Hausbesitzer, als er die Wohnung der Frau räumte, welche diese schon seit mehreren Monaten nicht mehr bewohnt hatte. Das Neugeborene befand sich im Gefrierfach des Kühlschranks. Aufgrund der gerichtsmedizinischen Untersuchungen dürfte das Neugeborene unmittelbar nach der Geburt gestorben sein. Gegen die Mutter hat die Staatsanwaltschaft St. Gallen eine Untersuchung eingeleitet und auch das Institut für Rechtsmedizin am Kantonsspital St. Gallen beigezogen.

Später wird bekann, dass das Kreisgericht St. Gallen die 32-jährige Mutter der fahrlässigen Tötung schuldig gesprochen hat. Sie hatte ihr Baby nach der Geburt (2008) in ein T-Shirt gehüllt, wodurch es erstickte. Danach versteckte sie die Leiche im Gefrierfach ihres Kühlschranks. Das Gericht verurteilte die Frau zu einer bedingten Freiheitsstrafe von zehn Monaten. Während einer Probezeit von vier Jahren muss sich die Frau einer Psychotherapie unterziehen und regelmässig auf Schwangerschaft kontrollieren lassen.

«Das Kind hätte überleben können», sagte die Untersuchungsrichterin vor Gericht. Die Angeschuldigte habe das Kind nicht gewollt, die nahende Geburt vollkommen verdrängt. Nicht zum ersten Mal: 2004 hatte sie nach einer ungewollten Schwangerschaft in einem Spital ein gesundes Kind zur Welt gebracht und danach zur Adoption freigegeben.

17. Dezember 2008 | Aussetzung | Kind überlebt

Ein aus Interlaken kommender ICE-Zug stand in Basel SBB zur Weiterfahrt Richtung Hamburg bereit. Kurz nach der Abfahrt um 17:03 Uhr fiel einem Zugbegleiter ein allein gelassenes Baby auf. Das kleine Mädchen lag, in eine Decke gewickelt und in einer Maxi-Cosi-Babyschale, auf dem Gang eines Waggons vor der Toilette. Der Zugbegleiter machte eine entsprechende Lautsprecher-Durchsage im ganzen Zug – doch niemand meldete sich. In der Folge gab der Zugbegleiter das Baby am Basler Badischen Bahnhof in die Obhut der Schweizer Grenzwacht. Diese schlug sofort Alarm und brachte den Säugling ins Kinderspital Basel. Da sich auch im Bahnhof Basel SBB keine Person finden liess, die für das Kind verantwortlich war, musste man von einer Aussetzung ausgehen. Die Kantonspolizei Basel-Stadt leitete darauf eine gross angelegte Fahndungsaktion ein.

Die Polizei nannte das Mädchen «Vasana». Vom Aussehen her vermutete man eine mongolische Abstammung. «Vasana» war höchstens zehn Tage alt und bei guter Gesundheit. Sie kam fürs Erste in eine Pflegefamilie im Raum Basel. Am 19. Dezember informierte das Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Basel-Stadt die Medien und rief die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Suche nach der Mutter auf. Fotoaufnahmen von «Vasana», von der Babyschale und von der Decke wurden veröffentlicht.

Drei Wochen nach dem Auffinden des Mädchens, am Abend des 7. Januar 2009, gestand in der bayrischen Stadt Erlangen eine Frau der Polizei, ihr Baby in Basel ausgesetzt zu haben. Die Frau verfügte in dem Fall über Detailwissen, das nur die Mutter haben konnte. So stand fest, dass sie die Mutter des Kindes war. Die Frau war 23-jährig, stammte aus armen Verhältnissen in Madagaskar und arbeitete als Au-pair bei einer deutschen Familie in Erlangen. Das Findelkind war am 8. Dezember 2008 im Spital in Erlangen zur Welt gekommen und hiess richtig Franziska. Die junge Mutter reiste in die Schweiz ab mit der Begründung, in der Schweiz wohnhafte Bekannte brächten Franziska nach Madagaskar, wo das Kind aufwachsen sollte. In Basel SBB legte sie das Mädchen dann aber aus purer Verzweiflung in den erstbesten dort stehenden Zug.

Franziska verblieb nach dem Geständnis ihrer Mutter in der Basler Pflegefamilie. Das Jugendamt Erlangen nahm sich der Mutter an. Diese entschied wenige Tage später, ihr Kind zur Adoption durch eine «liebende Familie» in der Schweiz freizugeben. Für das weitere Vorgehen war dann die Basler Vormundschaftsbehörde zuständig.

Nach schweizerischem Recht lag in dem Fall keine Straftat vor: Der Straftatbestand der Aussetzung ist nur dann erfüllt, wenn das Leben der ausgesetzten Person gefährdet wird. Die Mutter setzte das Kind aber warm eingepackt an einem Ort aus, wo es zwangsläufig rasch gefunden werden musste. Vom Kindsvater kannte die Frau übrigens weder Adresse noch Telefonnummer – er hatte sie bald nach dem ersten Kennenlernen verlassen, ohne zu wissen, dass sie schwanger geworden war.

8. November 2008 | Aussetzung | Das Kind ist wohl auf

Völlig überraschend hat am Samstag, 8. November 2008 eine unbekannte Person im Kantonsspital Zug in Baar ein Neugeborenes in der Notaufnahme abgeliefert. Das Mädchen ist völlig gesund und wurde von einem Facharzt professionell betreut. Wenig später kam es zu Pflegeeltern, aus Diskre­tionsgründen «ausserhalb des Kantons». Diese Pflegeeltern hätten Erfahrung im Umgang mit Findelkindern. Angestellte des Kantonsspitals erinnern sich, dass ein letzter Fall einer anonymen Abgabe eines Babys etwa 20 Jahren zurückliegt.

1. August 2008 | Ins Babyfenster gelegt | Das Kind ist wohl auf

Am Freitag, 1. August 2008, um 16.20 Uhr, wurde im Spital Einsiedeln zum vierten Mal gesundes Neugeborenes ins Babyfenster gelegt. Es handelt sich beim Säugling um ein Mädchen. Dieses bleibt vorläufig für weitere medizinische Abklärungen im Regionalspital Einsiedeln. Die Vormundschaftsbehörde Einsiedeln wurde umgehend informiert.

19. Juni 2006 | Aussetzung | Kind überlebt nicht

Am frühen Morgen telefonierte eine Frau der Kantonspolizei Bern: Sie habe vergangene Nacht ihren vier Monate alten Sohn in einer Babytasche auf dem Mühlebach bei Steffisburg (unweit von Thun BE) ausgesetzt. Die Polizei leitete sofort eine Suchaktion nach dem Säugling ein, konnte ihn aber zwei Stunden später nur noch tot auffinden. Der bekleidete Leichnam hatte sich in dichtem Brombeergestrüpp im Widerwasser bei der Einmündung des Baches in die Aare verfangen. (Die rechtsmedizinische Autopsie bestätigte wenige Tage später den Ertrinkungstod des Kindes.)

Die 40-jährige Frau selbst wies mehrere Schnittverletzungen auf und wurde daher unverzüglich in Spitalpflege gebracht; ihr Ehemann und die zwei weiteren Kinder der Familie (im Alter von 6 und 9 Jahren) wurden psychologisch betreut.

Im Verlauf der weiteren polizeilichen Ermittlungen gab die Frau zu Protokoll, dass sie ihren Knaben mit den Worten «Herr Jesus, lueg zu däm chlyne Gschöpf, la-n-ihm's guet la gah» ausgesetzt habe. Darauf habe sie versucht sich das Leben zu nehmen, indem sie sich mit einem Messer die erheblichen Verletzungen zufügte. Als der Selbstmordversuch misslang, alarmierte sie die Polizei. Es muss davon ausgegangen werden, dass sich die Frau seit längerer Zeit schwierigen familiären Verhältnissen ausgesetzt sah und als Folge davon offenbar an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gelangt war. Dies geht auch aus einem Abschiedsschreiben hervor, welches sie vor der Tat zu Hause hinterlassen hatte. Auf ihre Nachbarschaft und Wohngemeinde von Heimberg hatte die Familie einen «ganz normalen Eindruck» gemacht.

Zehn Tage nach der Tat befand sich die Frau nicht mehr in Untersuchungshaft, wurde aber weiterhin medizinisch und psychologisch betreut.

Diese Kindsaussetzung mag an die Geschichte von Moses in der Bibel erinnern. Laut Polizei gibt es aber keine Hinweise, dass die Frau ihr Kind aus religiösen Motiven ausgesetzt hätte.

25. März 2006 | Aussetzung | Kind überlebt

An einem Wiesenbord neben einem Gebüsch in der Nähe eines Schulhauses in Dietikon (ZH) entdeckte ein Spaziergänger kurz vor Mittag einen Kinderwagen mit einem Baby darin. Neben dem Wagen lag eine Kindertrage, im Wagen drin fanden sich Feuchttücher, Milchpulver und eine Schoppenflasche. Es war offenbar keine Person anwesend, die sich um das Kleinkind kümmerte. Der Spaziergänger meldete seine Beobachtung der Kantonspolizei Zürich.

Wie sich dann herausstellte, hatten rund zwei Stunden vorher zwei spielende Knaben und ein Anwohner eine Frau beim Abstellen des Kinderwagens beobachtet – ohne Verdacht zu schöpfen. Die Frau hatte das Kind vor Ort noch warm in einen Schlafsack eingehüllt.

Der ausgesetzte sieben Monate alte Knabe war bei guter Gesundheit. Die Polizei erliess einen Zeugenaufruf mit Fotos von Kind und Wagen.

Noch am gleichen Tag meldete sich die Mutter des Kindes selbst bei der Polizei. Die allein erziehende 20-Jährige aus dem Zürcher Limmattal gab an, «mit der Pflege ihres Kindes total überfordert» zu sein, was zu ihrem Entschluss führte, das Kind auszusetzen. Sie wurde aber vom Gewissen geplagt, vertraute sich ihren Eltern an und ging dann zur Polizei.

Im Kontakt mit der zuständigen Vormundschaftsbehörde zeigte sie sich betrübt über die Situation, machte sich Vorwürfe, bereute die Aussetzung und sorgte sich um den Knaben.

Zunächst hiess es, das Kind werde bereits am 27. März der Mutter zurückgegeben. Doch dann meldete die Vormundschaftsbehörde, sie wolle zuerst sicherstellen, dass der Knabe gut betreut werde, und daher die Hintergründe der Verzweiflungstat abklären. Der Knabe wurde also provisorisch in einem geheim gehaltenen Heim platziert.

Am 10. Mai entschied die Sozialbehörde Schlieren – «auf Wunsch der Mutter», – das Kind auf unbestimmte Zeit bei einer Pflegefamilie zu platzieren. Die leibliche Mutter kann aber regelmässig Kontakt zu ihrem Sohn haben.

8. Oktober 2005 | Aussetzung | Kind überlebt

In einem Lift des Einkaufszentrums «Saagi» in Steffisburg bei Thun (BE) sah eine Kundin einen stehen gelassenen Einkaufswagen, in welchem ein Neugeborenes lag. Das Baby war warm eingepackt, es trug einen Strampelanzug und war in ein Badetuch eingewickelt.

Die Frau benachrichtigte die Polizei. Diese brachte das «Findelkind» ins Spital nach Thun. Die ärztlichen Untersuchungen zeigten: Das hellhäutige Baby war ein drei bis fünf Tage altes Mädchen, nicht fachgerecht abgenabelt, aber gesund. Vom Spitalpersonal erhielt das Mädchen provisorisch den Namen «Natascha».

Die Polizei machte sich auf die Suche nach Nataschas Mutter, um «eine Lösung zum Wohle von Mutter und Kind zu finden». In den Medien wurden sogar Aufnahmen des Mädchens publiziert (hier stellt sich die Frage nach dem Verbleib der Diskretion). Die Vormundschaftskommission von Steffisburg errichtete am 12. Oktober eine Vormundschaft für das Mädchen, wählte einen Vor- und Nachnamen und platzierte es vorerst in einem Kinderheim mit Säuglingsabteilung.

Ein Strafverfahren wegen Aussetzung und Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht wurde eingeleitet. Doch die Suche nach der Mutter blieb bisher trotz verschiedener Hinweise erfolglos, und das Kind ist inzwischen zur Adoption freigegeben worden.

21. August 2005 | Ins Babyfenster gelegt | Das Kind ist wohl auf

Am Sonntag, 21.08.2005 um 11.40 Uhr wurde im Spital Einsieden zum dritten Mal ein gesundes Neugeborenes ins Babyfenster gelegt. Es handelt sich beim Säugling um ein Mädchen. Das Neugeborene ist 46 cm gross und wiegt 2.470 kg. Das Mädchen bleibt vorläufig im Spital Einsiedeln für weitere medizinische Abklärungen. Die Vormundschaftsbehörde Einsiedeln wurde umgehend informiert.

11. April 2005 | Ins Babyfenster gelegt | Das Kind ist wohl auf

Am Montag, 11.04.2005, um 3:25 Uhr, wurde im Spital Einsiedeln zum zweiten Mal gesundes Neugeborenes ins Babyfenster gelegt. Es handelt sich beim Säugling um einen Knaben. Der Neugeborene ist 52 cm gross und wiegt 3.700 kg. Der Knabe bleibt vorläufig im Regionalspital Einsiedeln für weitere medizinische Abklärungen. Die Vormundschaftsbehörde Einsiedeln wurde umgehend informiert.

Februar 2005 | Tötung

Im südlichen Kanton Freiburg tötete eine Schweizerin im Teenager-Alter ihr neugeborenes Kind. Da die Frau zur Zeit der Tat noch nicht 18-jährig war, wurde die Jugendstrafkammer des Kantons Fribourg für den Fall zuständig. Der Richter – er sei in seiner Karriere schon mit drei oder vier ähnlichen Fällen konfrontiert gewesen – sprach von einer grossen moralischen und sozialen Not der betroffenen Personen, und davon, dass diese Schulabgängerin weniger Strafmassnahmen, sondern vor allem Hilfe nötig habe.

Das Kind soll zum Zeitpunkt seiner Geburt gesund gewesen sein. Weitere Details wurden bislang nicht bekannt.

21. April 2003 | Tötung

In einem Wald bei Boudevilliers/NE entdeckte ein Förster die Leiche eines Neugeborenen. Das Baby war in mehrere verschlossene Plastiksäcke gesteckt. Die Chancen, je die Mutter zu finden, sind minim.

5. September 2002 | Ins Babyfenster gelegt | Das Kind ist wohl auf

Am 5. September 2002, um 14:30 Uhr, ertönte im Spital Einsiedeln zum ersten Mal der Babyfenster-Alarm. Die zuständige Schwester öffnete das Babyfenster von innen und fand darin einen sehr vitalen Neugeborenen, 49.5cm gross und 2640g schwer, gesund und wohlauf, in eine Jacke eingewickelt. Der Bub bleibt vorläufig im Spital Einsiedeln für weitere medizinische Abklärungen. Die Vormundschaftsbehörde Einsiedeln wurde umgehend informiert.

19. November 2001 | Tötung

Das Kind einer 21-Jährigen wurde drei Tage nach seiner Geburt in deren Wohnung in einem Mehrfamilienhaus in Kilchberg ZH tot aufgefunden. Die Mutter hatte ihre Schwangerschaft gegenüber ihrem persönlichen Umfeld verleugnet und den Säugling im Badezimmer ihrer Wohnung allein zur Welt gebracht. Bekannte der Frau bemerkten das Ende der Schwangerschaft und informierten die Polizei.

Die Frau gestand, ihr Kind unmittelbar nach der Geburt erstickt und erschlagen zu haben. Das leblose Körperchen wickelte sie in ein Badetuch und steckte es kopfüber in den Wäscheeimer.

Im September 2003 wurde die junge Frau vom Zürcher Obergericht zu 22 Monaten Gefängnis unbedingt verurteilt. Sie musste sich während des Strafvollzugs einer ambulanten Psychotherapie unterziehen.

4. November 2001 | Tötung

In einer Garageneinfahrt im Zürcher Niederdorfquartier fanden Passanten einen Säugling. Sie alarmierten die Sanität. Das Kind starb trotz sofortiger medizinischer Betreuung in der folgenden Nacht.

Am darauf folgenden Tag nahmen Fahnder der Stadtpolizei eine 27-jährige, drogensüchtige Frau fest. Die Frau gestand, den Knaben auf der Toilette jenes Hauses (einer Kontakt- und Anlaufstelle) allein geboren und unmittelbar nach der Geburt aus dem Fenster im ersten Stockwerk in die Garageneinfahrt geworfen zu haben.

Am 6. Dezember 2002 wurde die Frau vom Zürcher Bezirksgericht der Kindstötung sowie wegen Betäubungsmitteldelikten schuldig gesprochen und zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt; der Strafvollzug wurde zugunsten einer stationären Massnahme aufgeschoben. Vor Gericht beteuerte die Frau, die Tat sei ihr selbst ein Rätsel.

27. Mai 2000 | Aussetzung | Kind überlebt

Um 10.45 Uhr fand in Lenzburg ein knapp 60-jähriger Mann vor seiner Haustüre auf dem Fussteppich einen Korb – mit einem Baby drin. Eingewickelt in eine Faserpelz-Jacke befand sich ein Mädchen, schwarze Haare, asiatischer Einschlag, 2 Kilo schwer, 42 Zentimeter lang. Es war einen Tag zuvor auf die Welt gekommen. Fast 10 Zentimeter Nabelschnur war noch dran. Am 20. Juli 2002 meldete sich die 19-jährige Schweizerin philippinischer Abstammung bei der Polizei. Eine Bekannte hatte sie dazu überredet. Noch am gleichen Tag gab die Mutter «Lucie», wie die Kleine inzwischen genannt wurde, zur Adoption frei. Das Mädchen kam zu einer Pflegefamilie. Doch die Mutter muss wegen Aussetzen eines Kindes mit einer Busse rechnen. Leider gab es für sie noch kein Babyfenster.

6. Oktober 1999 | Aussetzung | Kind überlebt nicht

Eine Spaziergängerin fand in Wilerzell am Sihlsee, unweit vom Ufer, einen nackten toten Säugling. Wie verzweifelt musste diese Mutter gewesen sein – sie setzte ihr Neugeborenes mitten im Morast aus. Als das Kind gefunden wurde, war es schon tot. Die Behörden wissen nichts über die Herkunft des Bübleins. Von der Mutter fehlt jede Spur.

14. Juli 1999 | Tötung

Ein in ein Bündel gepacktes Baby wurde in einem Gebüsch des Margarethenparkes in Basel tot aufgefunden. Es wird vermutet, dass das uneheliche Kind nur 30 Minuten am Leben war.

Es wurde nach der Geburt erstickt und anschliessend im Park versteckt, um der Familie die «Schande» zu ersparen. Die Spur führte zu einer Familie aus Kosovo. Acht Personen wurden festgenommen. Die 21-jährige Mutter und die Grosseltern wurden angeklagt.

17. September 1998 | Aussetzung | Kind überlebt

Eingewickelt in ein Leintuch, in einen Migrossack gestopft und auf einem Parkplatz zurückgelassen. So fand eine Frau in Olten ein neugeborenes, noch blutverschmiertes wimmerndes Mädchen. Die Frau fuhr mit dem Kind sofort ins Spital. Dort stellten die Ärzte fest: Das hellhäutige Mädchen ist gesund, es fehlte ihm nichts. Es war kaum mehr als eine Stunde alt. Es erhielt den Namen «Cara», übersetzt: die liebe.

13. August 1998 | Aussetzung | Kind überlebt

Um ca. 21 Uhr abends wollte in Ossingen ein junger Mann in sein Auto steigen, als er in sicherer Entfernung ein Stoffbündel liegen sah. Er ging hin und bemerkte ein neugeborenes Kind. Der Platz war menschenleer. Er nahm das Mädchen mit und brachte es unverzüglich in die Geburtsabteilung des Kantonsspitals Winterthur. Das Spitalpersonal gab dem Mädchen den Namen Jasmin. Es war erst wenige Stunden alt.

8. Juli 1998 | Aussetzung | Kind überlebt

In der Nacht auf den 8. Juli wurde in Zürich im Universitätsspital ein Baby ausgesetzt. Das Bübchen, das vom Spitalpersonal den Namen «Moses» erhielt, war bereits einige Tage alt. Neben dem Kind wurden Nahrung, Kleider und Spielzeug gefunden. Moses kam nach kurzer Betreuung durch das Spitalpersonal zu einer Pflegefamilie.

15. April 1998 | Tötung

In einem Abfallsack, der in einem Gestrüpp bei einem Platz mitten in Lausanne verborgen war, entdeckte die Polizei die Leiche eines Babys.

22. März 1998 | Tötung

Ein Plastiksack unter einer Brücke über die Rôhne zwischen Fully und Charrat (VS) zieht die Aufmerksamkeit eines Spaziergängers auf sich. Er öffnet den Sack und findet darin die Leiche eines neugeborenen Mädchens. Die Mutter des Mädchens kann in der Folge nicht ermittelt werden. Das Baby, der der Name Espérance gegeben wurde, ruht heute auf dem Friedhof von Fully.

1. März 1997 | 3-fache Tötung

In einem Abfallsack unter einem Wohnwagen auf dem Campingplatz von Colombier (NE) werden drei Leichen von Neugeborenen gefunden. Zwei von ihnen befinden sich bereits in einem fortgeschrittenen Zustand der Verwesung. Die dritte noch gut erhaltene stammt von einem Mädchen mit weisser Hautfarbe.

9. Dezember 1994 | Aussetzung, Kind überlebt

Am späten Nachmittag wird im Genfer Quartier Charmille ein Neugeborenes Kind gefunden. Das Kind ist rechtzeitig zur Welt gekommen. Weshalb es ausgesetzt worden ist, ist nicht bekannt. Von der Mutter fehlt jede Spur.

Im Jahr 1994 | Tötung

In der Nähe von St. Léonard (VS) wurde ein totes Baby gefunden. Es war unter einem Gebüsch begraben. Nähere Umstände sind nicht bekannt.

Im Juli 1993 | Tötung

In der regionalen Abfallverbrennungsanlage von Galmiz (FR) wird die Leiche eines männlichen Neugeborenen gefunden. Sie misst 49 cm. Das Kind von weisser Hautfarbe ist seit zwei bis drei Wochen tot. Die Mutter bleibt unbekannt.

Im Jahr 1992 | Tötung

In der Nähe von Champéry (VS) wird eine Sporttasche aus der Vièze gefischt. Sie enthält einen toten Neugeborenen. Weitere Details sind nicht bekannt.